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Stichworte/Themen: Infektionen, Fettsäuren & LCP
30.01.2014

Gelagerte Muttermilch inaktiviert Hepatitis-C-Viren

Wissenschaftler vom Zentrum für Experimentelle und Klinische Infektionsforschung des Helmholtz-Zentrums in Hannover haben festgestellt, dass gelagerte Muttermilch auf behüllte Hepatitis-C-Viren (HCV) einen ähnlich starken antiviralen Effekt ausübt wie handelsübliche Desinfektionsmittel.

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Ob Hepatitis-C-Viren mit der Muttermilch auf den Säugling übertragen werden können, ist nicht sicher; die wissenschaftliche Datenlage hierzu ist widersprüchlich. Als gesichert für eine Ansteckung gilt jedoch eine besonders hohe Virenbelastung der Mutter, kombiniert mit starken Blutungen bei der Geburt sowie einer Co-Infektion mit HIV.

Zur Untersuchung der antiviralen Effekte der Muttermilch haben die Wissenschaftler gekühlte, gelagerte Muttermilch mit hohen Viruskonzentrationen versetzt und beobachtet, dass die Muttermilch die Viren innerhalb einer Minute so stark inaktiviert wie 80-prozentiger Alkohol. Der Vergleich mit frisch abgepumpter Milch zeigte, dass die gekühlte Milch einen deutlich stärkeren antiviralen Effekt hat. Verantwortlich für diesen antiviralen Effekt scheinen freie Fettsäuren in der Milch zu sein, die sich als Zersetzungsprodukte der Milchfette bei der Lagerung bilden. Diese freien Fettsäuren lösen die Hülle der Viren auf, ohne den Proteinmantel des Virus oder seine RNA, sein Erbmaterial, zu zerstören. Die Verpackung des Virus werde von der Milch aufgelöst und damit daran gehindert, sich an Zellen zu binden und diese zu infizieren.

Pfaender S, Heyden J, Friesland M, Ciesek S, Ejaz A, Steinmann J, Steinmann J, Malarski A, Stoiber H, Tsiavaliaris G, Bader W, Jahreis G, Pietschmann T, Steinmann E. Inactivation of hepatitis C virus infectivity by human breast milk. J Infect Dis 2013 208:1943-52.

Abstract unter: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24068703

 

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