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Stichworte/Themen: Gesundheitseffekte
24.02.2016

Frühes Anlegen und Hautkontakt senken das Risiko für peripartale Blutung

Schwere peripartale Blutungen (engl. primary postpartum haemorrhage, PPH) der Mutter sind mit einer Prävalenz von 0,5 bis 5,0% einer der häufigsten Notfälle in der Geburtshilfe. Australische Hebammen erforschten jetzt, ob frühes Anlegen und Hautkontakt zum Kind in den ersten 30 Minuten nach der Geburt die Mutter davor schützen kann.

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Gegenstand der Untersuchungen der Hebamme Anne Saxton von der Southern Cross University, Bilinga, Australien, und ihren Kolleginnen waren retrospektive Datenauswertungen mehrerer Geburtskliniken zwischen 2009 und 2010 mit insgesamt 7.548 Müttern. Diese Mütter hatten unterschiedliche Risiken – von hoch bis niedrig, eine PPH zu entwickeln.

Nach Ausschluss der Kovariablen fanden sie, dass Stillen und Hautkontakt zum Kind in den ersten 30 Minuten nach der Geburt die PPH-Häufigkeit um 45 % senkte. Wurden nur die Mütter mit niedrigem PPH-Risiko analysiert, verringerte sich die PPH-Häufigkeit sogar um 78 %. Bei Müttern mit hohem PPH-Risi-ko verringerte sich die PPH-Häufigkeit um 63 %.

Die Autorinnen erklären diesen Effekt durch die beim Stillen und Hautkontakt natürlich eintretende Oxytocinausschüttung bei der Mutter. Oxytocin wird auch therapeutisch bei peripartalen Blutungen intravenös injiziert

Saxton A, Fahy K, Rolfe M, Skinner V, Hastie C. Does skin-to-skin contact and breast feeding at birth affect the rate of primary postpartum haemorrhage: Results of a cohort study. Midwifery 2015;31:1110-7

Abstract unter: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26277824

 

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