Die folgenden Informationen sind Zusammenfassungen aktueller Studien und spiegeln nicht in jedem Fall die Meinung des Nutricia-Forums wider. Informationen, die über diese Meldungen hinausgehen, müssen bei den jeweils genannten Fachautoren nachfragt werden.

 
 
Stichworte/Themen: Gesundheitseffekte, Genetik
05.12.2012

Genexpression bei gestillten Säuglingen unterscheidet sich von formulaernährten: ein neuer Mosaikstein zum Verständnis der Vorteile des Stillens

Muttermilchernährung hat viele gesundheitliche Vorteile für den Säugling. Eine Pilotstudie konnte jetzt erstmals Unterschiede in der intestinalen Genexpression von gestillten und formulaernährten Säuglingen feststellen.

res

In einer Konzeptstudie der Texas A&M University, USA wurde eine neue Labormethode entwickelt, die es möglich macht, die intestinale Genexpression bei zwölf gestillten und zehn formulaernährten gesunden Säuglingen zu untersuchen.

Dazu wurden Darmepithelzellen aus den Stuhlproben der Kinder isoliert und die Expression der unterschiedlichen Gene beider Gruppen verglichen. Die Mütter in der Studie sammelten die Stuhlproben ihrer Kinder im Alter von einem, zwei und drei Monaten. Die neue Labormethode ermöglichte es, aus diesen Proben hochwertiges genetisches Material zu isolieren – fokussiert auf die mRNA (engl. messenger ribonucleic acid), um eine Genexpression oder eine Gensignatur zu erhalten.

Es zeigte sich, dass Muttermilch eine völlig andere genetische Ausprägung der Darmepithelzellen mit sich brachte als Formula. Hunderte von Genen beziehungsweise Genkombinationen unterschieden sich je nach Ernährungstyp.

Dies ist insbesondere vor dem Hintergrund relevant, dass die Reifung des kindlichen Darms innerhalb einer kontinuierlichen Kaskade aus Wachstum, Differenzierung und Erneuerung der Darmepithelzellen stattfindet. Direkt nach der Geburt ist der kindliche Darm noch funktionell und immunologisch unreif. Er verändert sich in Abhängigkeit von der Ernährung. Hier spielen insbesondere bioaktive Komponenten der Muttermilch eine große Rolle, die unter anderem einen Einfluss auf die genspezifische Methylierung und damit auf die genetische Ausprägung der Darmoberfläche hat. Letztere wiederum wird als entscheidender Faktor für eine Reihe von Gesundheitseffekten, zum Beispiel in Bezug auf Infektionen und Allergien, gesehen.

Die Forscher versprechen sich von dieser neuen Labormethode, neue Hinweise auf bioaktive Stoffe in der Muttermilch zu gewinnen – letztlich auch, um Formulanahrungen wieder ein Stück näher an das Original zu bringen.

Chapkin RS, Zhao C, Ivanov I, Davidson LA, Goldsby JS, Lupton JR, Mathai RA, Monaco MH, Rai D, Russell WM, Donovan SM, Dougherty ER. Noninvasive stool-based detection of infant gastrointestinal development using gene expression profiles from exfoliated epithelial cells. Am J Physiol Gastrointest Liver Physiol. 2010;298:G582-9.

Originalarbeit unter: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2867429/

 

Newsletter Heft 3/2018

Forum Kompakt erscheint vierteljährlich und informiert über neueste Ergebnisse der internationalen Muttermilchforschung.

Um diesen Newsletter zu abonnieren, klicken Sie hier. Sie können ihn aber auch hier herunterladen.

 

Wichtiger Hinweis


Diese Seiten beinhalten wissenschaftliche Informationen und sind aus rechtlichen Gründen nur für Fachkräfte aus dem Wissenschafts- und Gesundheitsbereich (z.B. Ärzte, Hebammen, Krankenschwestern, Wissenschaftsjournalisten) konzipiert.


ok Ja, ich bin als Fachkraft im Gesundheitsbereich tätig.