Die Nutricia-Preise: Wissenschaftspreis und Praxispreis

Das Nutricia-Forum für Muttermilchforschung fördert – in Zusammenarbeit mit namhaften Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern¹ – Projekte, die die Erforschung der Muttermilch und des Stillerfolgs sowie die Förderung des Stillens bzw. der Muttermilchernährung² zum Ziel haben. Dazu gehören der Nutricia-Wissenschaftspreis zur Erforschung des Stillens und der Muttermilch sowie der Nutricia-Praxispreis zur Förderung des Stillens und der Muttermilchernährung.

Beide Preise sind mit jeweils 10.000 Euro dotiert und werden jährlich von einem unabhängigen, wissenschaftlichen Komitee, kommend aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, vergeben.

Während beim Nutricia-Wissenschaftspreis insbesondere wissenschaftliche Kriterien bewertet werden, geht es beim Nutricia-Praxispreis mehr um die Relevanz für die tägliche Stillpraxis.

Die Bewerber geben an, für welchen Preis sie sich bewerben.

Die nächste Bewerbungsfrist der Nutricia-Preise endet am 15. Oktober 2017.

¹ Zur Vereinfachung der Darstellung wird im Weiteren die männliche Form gewählt; in jedem Fall ist dabei jedoch implizit auch die entsprechende weibliche Person gemeint. ² Muttermilchernährung schließt hier und im Weiteren immer auch die Frauenmilchernährung mit ein.
 

Nutricia-Wissenschaftspreis zur Erforschung
des Stillens und der Muttermilch


Der Nutricia-Wissenschaftspreis dient der Erforschung des Stillerfolges und des Stillverhaltens sowie der Erforschung der Muttermilchzusammensetzung und ihrer Funktionalität – mit dem übergeordneten Ziel, das Stillen beziehungsweise die Motivation zur Stillempfehlung zu fördern.

 

Einzureichende wissenschaftliche Arbeit

Der Nutricia-Wissenschaftspreis wird jährlich für eine herausragende, wissenschaftliche Arbeit vergeben, die der Erforschung des Stillens (Stillerfolg, Stillverhalten, etc.) und/oder der Muttermilch (Zusammensetzung, Funktionalität, Gesundheitseffekte, etc.) gewidmet ist. Die Arbeiten können auch gesellschaftliche Fragestellungen des Stillens im Sinne beispielsweise psychologischer, anthropologischer oder soziologischer Forschung beinhalten.

Die Arbeit ist erschienen in einer anerkannten, wissenschaftlichen Zeitschrift oder ist als Manuskript zur Publikation bereits akzeptiert.

Es können auch andere wissenschaftlich anerkannte Publikationen eingereicht werden, beispielsweise Doktor-, Master- oder Bachelorarbeiten. In diesen Fällen wird zusätzlich eine Zusammenfassung erwartet, die das Thema erschöpfend mit Fragestellung, Material & Methoden, Ergebnisse und Diskussion – analog zu wissenschaftlichen Publikationen in Fachzeitschriften – auf max. 10 Seiten darstellt.

Die Publikation ist maximal drei Jahre alt – gerechnet vom Zeitpunkt der Bewerbung.

Eingereichte Arbeiten dürfen nicht direkt von Milupa, Danone oder anderen Danone-Tochterunternehmen bzw. von Mitbewerberunternehmen unterstützt worden sein. Als direkte Unterstützung werden Finanz- oder Sachleistungen angesehen, die wesentlich die Durchführung der Forschungsarbeit möglich machten.

Eine indirekte Unterstützung, die keine wesentliche Bedeutung für die Durchführung der Forschungsarbeit hatte, wird akzeptiert. In jedem Falle muss jegliche Form der Unterstützung vom Bewerber für das Preiskomitee offengelegt werden.

 

Bewertungskriterien

Die eingereichte Arbeit wird bezüglich folgender Kriterien bewertet:

  • Wissenschaftlichen Qualität der Arbeit nach allgemeingültigen Kriterien
  • Innovationskraft des Forschungsansatzes
  • Neuigkeitswert der Ergebnisse
  • Relevanz für die wissenschaftlich-medizinische Forschung
  • Relevanz für die tägliche Stillpraxis

Jedes Kriterium geht mit 0 bis 5 Punkten in die Bewertung ein. Die Arbeit mit der höchsten Punktzahl erhält den Preis.

 

Bewerbung

Bewerben können sich Wissenschaftler, Ärzte, Hebammen und Pflegekräfte einer akademischen Einrichtung oder sonstigen Forschungseinrichtung, einer Klinik, aber auch anderer Einrichtungen, wie beispielsweise einer Hebammenpraxis, aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz.

Es gilt keine Altersbegrenzung.

Folgende Unterlagen werden vom Bewerber per Email an das Nutricia-Forum für Muttermilchforschung (info@nutricia-forum-muttermilchforschung.org) eingereicht:

  • Wissenschaftliche Publikation
  • Bei Doktor-, Master- oder Bachelorarbeiten: Erschöpfende Zusammenfassung auf max. 10 Seiten
  • Zusammenfassung des Forschungsprojekts inklusive seiner Relevanz auf 1 Seite
  • Offenlegung jeglicher direkter und indirekter Unterstützung
  • Lebenslauf (beruflich)
  • Liste der bisherigen Publikationen
  • Bei Gruppenarbeiten: Unterschriften aller Mitverantwortlichen

 

Nutricia-Praxispreis zur Förderung
des Stillens und der Muttermilchernährung

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Der Nutricia-Praxispreis dient der praktischen Förderung des Stillens und der Muttermilchernährung. Er wird jährlich für herausragende Projekte verliehen, die dem Stillen, Stillerfolg, Stillverhalten sowie der Mutter- bzw. Frauenmilchernährung gewidmet sind.

 

Einzureichende Dokumentation

Prämiert werden veröffentlichte und unveröffentlichte schriftliche Dokumentationen jeglicher Art über bereits durchgeführte Projekte (z. B. Best Practice-Stillprojekte, eigene Erhebungen, Beratungsoptimierungen, Ausstellungen, Studien, etc.), die sich den Themen Stillen, Stillerfolg, Stillverhalten sowie Muttermilchernährung widmen.

Die Arbeiten sollten mindestens eines der folgende Ziele verfolgen:

  • Direkte oder indirekte Förderung des Stillens bzw. der Muttermilchernährung – im Idealfall mit Nachweis des Förderungseffekts (vorher-nachher-Vergleich)
  • Erhöhung des Stellenwerts des Stillens und Stillbewusstseins in der Öffentlichkeit und/oder im Berufsleben/Unternehmen
  • Erhöhung des Wissens rund um das Stillen

Die Dokumentation ist maximal drei Jahre alt – gerechnet vom Zeitpunkt der Bewerbung.

Eingereichte Arbeiten dürfen nicht direkt von Milupa, Danone oder anderen Danone-Tochterunternehmen bzw. von Mitbewerberunternehmen unterstützt worden sein. Als direkte Unterstützung werden Finanz- oder Sachleistungen angesehen, die wesentlich die Durchführung der Forschungsarbeit möglich machten.

Eine indirekte Unterstützung, die keine wesentliche Bedeutung für die Durchführung der Forschungsarbeit hatte, wird akzeptiert. In jedem Falle muss jegliche Form der Unterstützung vom Bewerber für das Preiskomitee offengelegt werden.

 

Bewertungskriterien

Die eingereichte Arbeit wird bezüglich folgender Kriterien bewertet:

  • Kreativität und Innovationskraft des Projekts
  • Relevanz für die tägliche Stillpraxis
  • Qualität der Ausführung bzw. Umsetzung in die Praxis
  • Qualität der Dokumentation bezüglich Form, Aufbau, Verständlichkeit und Ausführlichkeit sowie Eigenständigkeit der Entwicklung.

Jedes Kriterium geht mit 0 bis 5 Punkten in die Bewertung ein. Die Arbeit mit der höchsten Punktzahl erhält den Preis.

 

Bewerbung

Bewerben können sich Hebammen , Hebammenschülerinnen und -studentinnen, Stillberaterinnen, Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen, Ärztinnen und sonstige Berufsgruppen und Organisationen, die das Stillen bzw. das Wissen ums Stillen fördern. Die Bewerber kommen aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz.

Es gilt keine Altersbegrenzung.

Folgende Unterlagen werden vom Bewerber per Email an das Nutricia-Forum für Muttermilchforschung (info@nutricia-forum-muttermilchforschung.org) eingereicht:

  • Ausführliche, schriftliche Dokumentation des Projekts (veröffentlicht oder auch nicht veröffentlicht) auf max. 10 Seiten
  • Bei Doktor-, Master- oder Bachelorarbeiten: Erschöpfende Zusammenfassung auf max. 10 Seiten
  • Zusammengefasste Darstellung des Projekts inklusive seiner Relevanz auf 1 Seite
  • Offenlegung jeglicher direkter und indirekter Unterstützung
  • Lebenslauf (beruflich)
  • Liste der bisherigen Publikationen, falls vorhanden
  • Bei Gruppenarbeiten: Unterschriften aller Mitverantwortlichen

 

Wissenschaftliches Preiskomitee

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Das Preiskomitee besteht aus wissenschaftlich und praktisch arbeitenden Hebammen, Frauenärzten/Geburtshelfern und Kinderärzten, kommend aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Aktuell besteht es aus folgenden Mitgliedern.

 
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Dr. Ans Luyben, Hebamme, Hebammen-, Sozial- & Gesundheitswissenschaftlerin, Chur, Schweiz

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Dr. Barbara Schildberger, Leiterin des Studienganges Hebamme der FH Gesundheitsberufe OÖ GmbH, Linz, Österreich

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Prof. Dr. Michael Abou-Dakn, Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, St. Joseph Krankenhauses, Berlin, Deutschland

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Prof. Dr. Henrik Köhler, Klinik für Kinder und Jugendliche am Kantonsspital Aarau, Schweiz

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Prof. Dr. Walter A. Mihatsch, Klinik für Kinder und Jugendliche, Helios Klinikum Pforzheim, Deutschland

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Prim. Univ.-Prof. Dr. Karl Zwiauer, Abteilung für Kinder und Jugendliche, Universitätsklinikum St. Pölten, Österreich

Das wissenschaftliche Preiskomitee wurde durch das Nutricia-Forum für Muttermilchforschung berufen, letzteres ist aber selbst ohne Mitspracherecht bei der Auswahl und Bewertung der Forschungsarbeiten.

Das wissenschaftliche Preiskomitee ist unabhängig und unanfechtbar in seiner Entscheidung.

Auch hier – wie im gesamten Text – sind jedes Mal selbstverständlich sowohl weibliche als auch männliche Bewerber gemeint.

Die Mitglieder des Preiskomitees können sich nicht selbst für den Wissenschaftspreis bewerben. Weiterhin können sie keine Bewerber beurteilen, mit denen sie im selben Institut arbeiten oder gearbeitet haben, bzw. mit denen ein anderer Interessenkonflikt besteht. Bestehen bei Bewerbern solche Interessenskonflikte, wird sich das betreffende Preiskomiteemitglied für diesen Bewerber der Stimme enthalten.

 

Preisgeld und Preisverleihung

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Beide Preise, sowohl der Nutricia-Wissenschaftspreis als auch der Nutricia-Praxispreis sind mit jeweils 10.000 Euro dotiert. Bei mehreren gleichwertigen Arbeiten kann das Preisgeld beider Preise aufgeteilt werden.

Die Preisverleihung findet in einem öffentlichen Rahmen statt, beispielsweise auf dem Wissenschaftlichen Symposium von Milupa. Dort werden den Preisträgern die Preise persönlich verliehen.

Die Preisträger werden mindestens einen Monat vor der Verleihung benachrichtigt.

Die Ankündigung der Preisverleihung erfolgt über die Medien des Nutricia-Forums für Muttermilchforschung – auch an Vertreter der Presse.

Die Nennung der Preisträger, deren Arbeiten sowie der Institutionen, wo die Arbeiten durchgeführt wurden, dürfen vom Nutricia-Institut für Muttermilch-Forschung für Kommunikationszwecke gegenüber Dritten verwendet werden; weitergehende Rechte sind mit den Preisträgern und dem Medium, welches das Copyright der veröffentlichten Arbeit beinhaltet, zu vereinbaren.

 

Preisträger

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2016

Der Nutricia Praxispreis zur Förderung des Stillens ging 2016 an die Familienhebamme Angela Braun-Tesch aus Eltville, Deutschland. Sie belegte durch eine Mütterbefragung, dass Stillende schon nach wenigen Wochen seelisch und körperlich so erschöpft sind, dass der Stillerfolg gefährdet ist. Um dem entgegenzuwirken, entwickelte sie ein individualisiertes Betreuungssystem, mit dem sie stillende Mütter insbesondere in ihrer labilen Phase im dritten und vierten Monat nach der Geburt bei der Stange hält.
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Der Nutricia Wissenschaftspreis zur Erforschung der Muttermilch und des Stillens ging 2016 an die Österreicherin Dr. Dagmar Zweytick, Assistenz-Professorin an der Universität Graz, Institut für Molekulare Biowissenschaften, Abteilung Biophysik. Sie hat mit ihrem Team herausgefunden, dass Lactoferrin, das in hohen Mengen in Muttermilch vorkommt, bzw. Lactoferrin-basierende Eiweiße, erfolgreich in der Krebstherapie eingesetzt werden können.
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2015

Auch in diesem Jahr wurden wieder beide Preise vergeben: der Nutricia-Wissenschaftspreis sowie der Nutricia-Praxispreis zur Förderung des Stillens. Bei der Ausschreibung und Vergabe des Praxispreises legte das Preiskomitee in diesem Jahr noch mehr Wert auf die Relevanz des Projekts für die tägliche Stillpraxis. Dadurch konnten sich speziell für diesen Preis viele engagierte Hebammen, Geburtshäuser und Frühgeborenenstationen mit ihren konkreten Projekten zur Stillförderung bewerben.

Der Nutricia-Praxispreis zur Förderung des Stillens ging 2015 an Professor Andreas Flemmer und Madeleine Kujawa der Frühgeborenenstation des Dr. von Haunerschen Kinderspitals am Perinatalzentrum München-Großhadern, die die erste westdeutsche Frauenmilchbank für Frühgeborene ins Leben gerufen haben. Durch ihren Einsatz ermöglichen sie, dass Frühgeborene mit einem Geburtsgewicht unter 1500 Gramm durch die Versorgung mit Muttermilch hervorragend gedeihen und gut vor Infektionen geschützt sind.

Der Nutricia-Wissenschaftspreis ging an die Ernährungswissenschaftlerin Dr. Alexandra Kreißl von der Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde der Medizinischen Universität Wien, Arbeitsgruppe Neonatologie, geleitet von Professor Nadja Haiden. Dr. Kreißl und das Forscherteam haben erstmals systematisch untersucht, wie Frauenmilch sich verändert, wenn sie mit Nährstoffen angereichert wird. Diese Anreicherung ist für Frühgeborene notwendig, da sie einen erhöhten Bedarf an beispielsweise Eiweiß, Mineralstoffen und Vitaminen haben.

2014

In diesem Jahr wurden zwei Preise für 2014 verliehen: Der Nutricia-Wissenschaftspreis sowie der Nutricia-Praxispreis zur Erforschung des Stillens und der Muttermilch. Der Nutricia-Wissenschaftspreis ging an Dr. Eike Steinmann und Stephanie Pfänder vom TWINCORE, Zentrum für Experimentelle und Klinische Infektionsforschung in Hannover. Sie beschäftigten sich mit der Frage, ob sich Babys über die Muttermilch mit Hepatitis-C infizieren können und fanden heraus, dass gekühlte, gelagerte Muttermilch auf diese Viren einen ähnlich starken antiviralen Effekt ausübt wie handelsübliche Desinfektionsmittel.

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Der erstmals verliehene Nutricia-Praxispreis ging an Dr. Regina Rasenack, Oberärztin an der Klinik für Frauenheilkunde an der Universität Freiburg. In einer Studie mit 443 Müttern ermittelte sie Faktoren, die eine entscheidende Rolle bei der Stillförderung spielen.

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2013

2013 wurde der Nutricia-Wissenschaftspreis zur Erforschung des Stillens und der Muttermilch erstmals vergeben. Er ging an Frau Professor Dr. Andrea Büttner, Professorin für Aromaforschung an der Universität Erlangen-Nürnberg und mehrfach ausgezeichnete Preisträgerin auf dem Gebiet der Geruchsstoffforschung und -analytik. In ihrer Arbeit konnte sie zeigen, dass das Essverhalten von Müttern in der Zeit des Stillens nicht – wie bisher angenommen – zwangsläufig die Aromenzusammensetzung der Muttermilch beeinflusst, sondern nur bestimmte Geruchsstoffe in die Muttermilch übergehen und sie vorher oft durch den mütterlichen Stoffwechsel noch verändert werden.

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Newsletter Heft III/2017

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Wichtiger Hinweis


Diese Seiten beinhalten wissenschaftliche Informationen und sind aus rechtlichen Gründen nur für Fachkräfte aus dem Wissenschafts- und Gesundheitsbereich (z.B. Ärzte, Hebammen, Krankenschwestern, Wissenschaftsjournalisten) konzipiert.


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